Ladedauer richtig einschätzen
„Wie lange muss ich laden?" lässt sich mit einer einfachen Rechnung abschätzen – solange man die typischen Stolpersteine kennt, die die reale Ladezeit von der Theorie abweichen lassen.
Die Grundrechnung
Ladezeit ≈ nachzuladende Energie (kWh) geteilt durch die Ladeleistung (kW). Für 30 kWh an einem 10-kW-Anschluss sind das rund drei Stunden. Diese Rechnung stimmt gut fürs AC-Laden, weil die Leistung dort meist konstant bleibt.
Warum DC-Laden schwerer zu rechnen ist
Beim Schnellladen ist die Leistung nicht konstant: Sie ist bei niedrigem Ladestand am höchsten und sinkt gegen Ende deutlich. Deshalb gilt beim DC-Laden die Faustregel „von 10–20 % auf 80 %", weil dieser Bereich am schnellsten geht. Die letzten 20 % können so lange dauern wie die ersten 60 %.
Das Minimum entscheidet
Die reale Rate ist immer der kleinere Wert aus Fahrzeug-Maximum und Säulen-Maximum. Ein Auto mit 11-kW-Bordlader lädt an einer 22-kW-Säule nur mit 11 kW; ein Fahrzeug, das DC-seitig bei 100 kW abriegelt, wird an einem 300-kW-HPC nicht schneller.
Weitere Faktoren
- Temperatur: ein kalter Akku lädt langsamer; Vorkonditionieren hilft.
- Ladestand: je voller die Batterie, desto langsamer geht es.
- Auslastung: geteilte Ladepunkte können die Leistung halbieren.
So planst du realistisch
Für die Langstrecke rechnest du am besten mit der durchschnittlichen Leistung im Fenster bis 80 %, nicht mit der Spitzenleistung. An AC-Säulen genügt die einfache Formel. Auf den Standortseiten dieser Website siehst du den stärksten Lader je Standort – ein guter Anhaltspunkt, wie schnell es dort höchstens gehen kann.