Bidirektionales Laden: V2G, V2H und V2L
Ein E-Auto kann nicht nur Strom aufnehmen, sondern ihn auch wieder abgeben. Dieses „bidirektionale Laden" verwandelt das Fahrzeug in einen fahrbaren Stromspeicher. Drei Anwendungen sind wichtig: V2L, V2H und V2G.
V2L – Strom für Geräte
Vehicle-to-Load (V2L) bedeutet, dass das Auto über eine Steckdose oder einen Adapter externe Verbraucher versorgt – vom Elektrogrill bis zum Werkzeug. Einige Modelle bieten das bereits serienmäßig.
V2H – das eigene Haus versorgen
Vehicle-to-Home (V2H) nutzt die Autobatterie, um das eigene Haus mit Strom zu versorgen, etwa abends den selbst erzeugten Solarstrom aus dem Auto zu beziehen oder einen Stromausfall zu überbrücken. Dafür braucht es eine geeignete bidirektionale Wallbox und ein Fahrzeug, das die Rückspeisung unterstützt.
V2G – Rückspeisung ins Netz
Vehicle-to-Grid (V2G) geht einen Schritt weiter: Das Auto speist Strom ins öffentliche Netz zurück und kann so helfen, Schwankungen auszugleichen. Perspektivisch könnten Fahrzeuge als Teil eines großen, verteilten Speichers dienen.
Voraussetzungen und Stand der Dinge
Nötig sind eine bidirektionale Ladetechnik (im Auto oder in der Wallbox) und passende Normen. Der Standard CHAdeMO unterstützte die Rückspeisung früh; für CCS entsteht die Grundlage mit der Norm ISO 15118-20. Technisch funktioniert vieles bereits in Pilotprojekten, doch Verfügbarkeit, Zulassung und regulatorische wie steuerliche Fragen sind noch in Entwicklung. Bidirektionales Laden ist daher heute vor allem ein Zukunftsthema mit großem Potenzial – die Serienreife breitet sich schrittweise aus.